Wenn klassische Kunst und Musik sowie Wissenschaft und Forschung allesamt ernsthaft verfolgt werden wollen, ganz nebenbei das Philosophieren über das Leben mit am Tisch saß, und zu alledem der christliche Glaube das Bewusstsein prägte, und wenn all das zeitgleich in einem einzigen Menschenleben unter einen Hut gebracht werden will, ist ein Dasein voller Widersprüche garantiert. Von einem derart „multipolaren“ Umfeld geprägt, hatte ich ein Leben lang damit zu tun, die Fäden auch nur halbwegs zusammen zu bringen. Scheinbar Unvereinbares will aufgelöst und in ein Ganzes integriert werden, soll im besten Fall das Leben bereichern und nicht allzu sehr belasten.
In diese spannende Matrix bin ich hineingewachsen. Um diese Distanz zwischen der geistigen und der irdischen Welt zu überbrücken, war neben der Musik die Kunst das Werkzeug schlechthin. Allerlei Sinnfragen, die oftmals verzweifelte Suche nach Einsichten sowie eingehende Beobachtungen und schonungslose Erkenntnisse über diese manchmal sehr fremdartig wirkende Welt begleiteten mich durch die Jahre.
Früh entstanden Portraits aus dem persönlichen Umfeld sowie imaginierte Charaktere. Später folgten Landschaftsbilder, die Übergänge in übernatürliche Sphären andeuten. Es sind Metamorphosen der äußeren Welt in eine seelische Wirklichkeit.
Eine Zeit lang beschäftige ich mich mit der Bildhauerei, doch blieb der Fokus bei dem Zeichnen mit Kohle und Bleistift sowie der Malerei. Mein zentrales Motiv ist die Darstellung der Gleichzeitigkeit des Irdischen und des Geistigen. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch mein künstlerisches Schaffens.
In mehreren Ausstellungen in Regensburg sowie in und um München hatte ich die Gelegenheit, meine Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Die Sprache des Lichtes entdeckte ich vor allem bei Max Pechstein, William Turner und Ferdinand Hodler, den körperlich sinnlichen Ausdruck in den Werken von Auguste Rodin und Egon Schiele. Der russische Maler, Visionär, Philosoph, Reisende und Wissenschaftler Nicholas Roerich prägte mich jedoch nachhaltig. Sein Werk zeugt von der geistigen Durchdringung der Natur und des Menschen, die mich bis heute fasziniert. Ihm sind meine aktuellen Arbeiten gewidmet.
Nach Stationen im Saarland, England, Hamburg und Bayern, bin ich vor sieben Jahren nach Bad Säckingen gezogen und lebe und male seither eben dort.
Robin Heckmann